Schamanentum bzw. Schamanismus

Warum Schamanismus ?

 

Schamanismus ist keine Religion! Er hat auch nichts mit Neuheidentum (Paganismus), oder okkulten Praktiken zu tun!!

 

Er ist weder Religion noch Sekte, denn er hat keine Hierarchien, Dogmen oder Verbote. Er ist ein freier, individueller, spiritueller (Heilungs-)Weg zum Wohle aller in direktem Kontakt zur geistigen Welt. So alt wie die Menschheit und heute wie damals aktuell.

Das Schamanentum oder der Schamanismus ist der älteste uns bekannte spirituelle Weg der Heilung, der Bewahrung bzw.Wiederherstellung von Gleichgewicht und Harmonie (oder auch Lebenskraft) eines Einzelnen, der Familie oder der Gesellschaft.

Schamanisches Arbeiten und Leben ist älter als alle Religionen (es gibt Höhlenmalereien von diesem "Beruf" die ca. 30.000 Jahre alt sind) und er ist die Wurzel aller spirituellen und medizinischen Arbeit. Dieses uraltes Erbe lebt in uns. 

Die Aufgaben eines Schamanen/Schamanin sind vielfältig. Es ist z.B. seine/ihre Aufgabe die Menschen wieder mit ihrer Natur zu verbinden, für Menschen mit den spirits (den geistigen Helfern) zu kommunizieren, Botschaften zu übermitteln, zu lehren, anzuleiten und die Menschen, die zu ihm kommen, wieder in die eigene Kraft zu bringen und auch Menschen untereinander wieder zu verbinden.

Das bedeutet auch Menschen auf ihrem persönlichen Heilungsweg zu unterstützen, Potentiale und verlorene Seelenanteile zurückzuholen und auch Verstrickungen energetischer Art mit anderen zu bereinigen (soweit stimmig).

Niemals wird ein/e gute/r Schamane/in jemanden zu irgendetwas zwingen oder überreden.

 

Der individuelle Weg der Seele eines jeden Menschen wird respektiert!

 

Wie bei allem gilt: Die Tür kann man zeigen, durchgehen muss jeder selbst. 

Übrigens, wer gerne Fakten hat:

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat 1980 den Schamanismus als gleichbedeutend mit der westlichen Medizin in der Behandlung psychosomatischer Krankheiten anerkannt.

Aber was ist eigentlich "der/die" Schamane/in oder wer arbeitet denn heute noch schamanisch?

Ein tungusischer Schamane in den Steppen Sibiriens? Ein nordamerikanischer "indianischer Medizinmann"? Ein hawaiianischer Kahuna Kupua?

Schon die Bilder, die in unseren Köpfen entstehen, geben ein sehr festgefahrenes Bild dieser Medizinmenschen und werden ihnen nicht annähernd gerecht.

Taucht man ethnologisch in diese Themen ein, stellt man fest, dass es fast unmöglich ist diese "Berufsbilder" wirklich zu vergleichen, auch wenn es natürlich grundlegende Gemeinsamkeiten gibt. Sozusagen Verwandtschaft. 

All diese Menschen besitzen gelebtes Wissen um die Verbindung zur Schöpfung und zur Heilkunde - auf eigene Weise und in der jeweiligen traditionellen Kultur.

Somit ist die Standardisierung "der/die" Schamane/in bzw. "der" Medizinmensch

arbeitet-so-und-so gar nicht möglich, genau so wenig wie "der/die Deutsche" nicht permanent mit Lederhose oder Dirndl herumrennt und Bratwürste mit Sauerkraut verspeist. Oder ein Franke eben kein Bayer ist :-)

Oder ein Auto kein Fahrrad (wenn auch beides Verkehrsmittel sind). 

Schamane (oder Schamanin) ist ein Wort, das meines Wissens im 18. Jahrhundert geschaffen wurde um spirituelle Heiler/innen ähnlicher Arbeitsweise zusammenfassen zu können. Es leitet sich von einem tungusischen Wort ab und wurde übernommen um (alle) spirituellen Heiler zusammen zu fassen. 

Indigene spirituelle Spezialisten haben eigene Namen für das was sie sind/tun. 

Es wird niemals eine vereinheitlichte Betrachtungsweise geben (können), da es unendlich viele Wege gibt schamanisch bzw. spirituell/energetisch zu arbeiten. Auch wenn die Grundessenz immer die gleiche ist:

Schamane/Schamanin = Vermittler/Wanderer zwischen unserer Realität und den spirituellen Ebenen und ihren Helfern, Träumer/in, Heiler/in, Mystiker/in, Lehrer/in, Künstler/in, Berater/in, Dolmetscher/in, Löser/in und Verbinder/in, Beschützer/in der Seele und individuell noch viel mehr

Beispiel schamanischer Arbeit: Die klassische schamanische Reise:

Als Erstes weise ich ausdrücklich darauf hin, dass das schamanische Reisen eine wirklich ernst zu nehmende Sache ist, die man nicht mal so nebenbei ausprobiert.

Sie ist auch kein Partyspiel.

Sie ist ein Weg um bewusst und achtsam für sich oder für andere eine seelische Situation zu erkennen (in Bildern oder Gefühlen).

Man ist immer geschützt und begleitet, wenn man mit Respekt und im Auftrag eines Menschen seelisch reist. Aber es gibt gewisse Regeln.

Also bitte: Nur selbst reisen, wenn man es von jemandem beigebracht bekommen hat, der weiß was er tut. Dann ist es eine wunderbare Sache. 

 

Was passiert? 

Der/die Reisende begibt sich, im Beisein des Menschen für den er/sie reist, in eine leichte Art von Trance, einen Ruhezustand, der die Tore zu den verschiedenen Welten öffnet und sie verbindet. Diese Grundtechnik lässt sich zum Arbeiten an sich selbst lernen.

Für das Arbeiten an anderen braucht es mehr Erfahrung und meiner Meinung nach

eine/n guten Lehrer/in, der nicht nur das technische, sondern auch das ethische und 

seelische Hintergrund Wissen dazu lehrt. 

Man ist während der schamanischen Reise in allen Realitäten voll handlungsfähig. Man kann in alle Welten gehen und dort arbeiten und zwar OHNE jede Form von Halluzinogenen! Das ist nicht nötig!

Oft nehme ich die Trommel zu Hilfe, die meinen Geist beruhigt und mir eine treue Begleiterin ist. Ein guter Schamane/in weiß um seine/ihre Verantwortung und arbeitet in Absprache mit dem, der/die ihn beauftragt in dessen Sinne und in Stimmigkeit.

Es wird nicht getan, was der/die  Schamane/in "denkt" was jetzt gut wäre, sondern er/sie lässt sich von den spirits führen zu dem Thema des Menschen, das gerade

anliegt. Daran wird dann miteinander gearbeitet. 

Seelenteilrückholung: 

Eine wichtige Aufgabe im schamanischen Arbeiten ist die Seelenteilrückholung.

 

In traumatisierenden Situationen (egal in welchem Alter, leider auch bei den ganz Kleinen) kann es passieren, dass die Seele einen Seelenanteil von sich abspaltet, sozusagen "verliert", (psychologisch) dissoziiert. 

Dies geschieht, wenn der Schmerz, den sie gerade erfährt, so groß ist, dass er nicht verarbeitet werden kann. Manchmal weiß dieser Mensch viele Jahre später gar nicht mehr, dass ihm etwas "zugestoßen" ist.

Ein Unfall, eine OP, eine massive Kränkung, ein Todesfall, Mobbing, Gewalt etc.

Leider sind auch diese Möglichkeiten endlos.

Man kommt damit klar. Irgendwie. "Vergisst" es vielleicht sogar. 

Doch der Seelenanteil fehlt....

Mit ihm sind nicht nur die Schmerzen des Moments gegangen, sondern auch Gefühle und Fähigkeiten (z.B. ein vertrauender Teil, der dadurch nicht gelebt werden kann). 

So kann es sein, dass der Mensch immer wieder vor demselben Problem steht und (gefühlt) daran nie etwas ändern KANN, selbst wenn er wollte - und auch gar nicht weiß, warum dies so ist. Die ewige Tretmühle. Man weiß es stimmt etwas nicht, 

aber man kann nicht wirklich verändern...

In einem solchen Fall kann ein/e Schamane/in den entsprechenden Seelenanteil wieder zurück holen, dabei helfen, diesen wieder zu integrieren und die damaligen Erfahrungen zu verarbeiten. Somit kommt auch ein fehlendes Potential zurück, das 

jetzt endlich ins Leben gehen kann.

Kann man Christ sein und trotzdem schamanisch arbeiten (lassen)?

Man kann sehr wohl christlich glaubend sein und schamanisch arbeiten oder an sich arbeiten lassen. Das ist kein Widerspruch. Jesus lehrt die Liebe und ohne Liebe funktioniert keine Heilarbeit. Ich bin evangelisch aufgewachsen und besuche immer wieder sehr gerne Kirchen. Es sind heilige Orte mit heiliger Präsenz. Ich bete auch gerne das Vaterunser oder andere Psalmen mit Menschen, die dieses Gebet sprechen möchten. Gott hört die Bittenden.

Werte wie Mitgefühl und Dienst am Nächsten sind sowohl schamanische als auch christliche Werte. Nur, dass ein/e Schamane/in keinen anderen braucht, sondern seine Spiritualität direkt in und mit der Natur lebt. 

 

Was ist der Unterschied zwischen jemandem, der schamanische Techniken nur nutzt (schamanisch Tätiger) und jemandem, der sein Leben tatsächlich schamanisch lebt?

Schamanische Heilweisen wie Seelenreisen, Seelenrückholungen, Arbeit mit Heilpflanzen usw. kommen wieder in Mode und lassen sich lernen.

Wirklich weg waren diese alten Techniken zur Hilfe der Seele nie!

Leider haben wir in Europa durch unsere Geschichte viel davon eingebüßt, doch das alte Wissen findet seinen Weg wieder zurück!

In anderen Ländern ist spirituelles (energetisches) Arbeiten noch heute selbstverständlich. Man denke an den hohen mittelamerikanischen Schamanen Don Agustin Rivas Vasquez, der mit über 90 Jahren immer noch vielen Menschen beisteht. Ein beeindruckender Mann. Er ist noch munter, wenn die Jüngeren bereits nur noch ins Bett wollen :-) 

Auch in Sibirien, Chile, Neuseeland, USA, Kanada, Hawaii, Chile....arbeiten spirituelle Heiler zum Wohle der Schöpfung.

 

Das alte Wissen füllt die Lücke zwischen der heutigen Schulmedizin und dem Bedürfnis des Menschen (und der Natur) nach ganzheitlicher Heilung.

Es gibt viele Angebote, viele Seminare darüber, viele Bücher. Auch inzwischen von Schulmedizinern und Psychologen. Die WHO hat 1980 den Schamanismus als gleichwertig der westlichen Medizin bei psychosomatischen Krankheiten anerkannt.

Es ist wunderbar, wenn Menschen anderen Menschen helfen können ihre Selbstheilungskräfte zu stärken durch angewandte schamanische Techniken.

Es ist nicht zwingend nötig die schamanische Naturspiritualität bzw.Anschauung auch zu leben, solange man die Regeln spiritueller Arbeit kennt und befolgt. Die Spirits unterstützen jeden, der reinen Herzens und in Respekt arbeitet. 

Aber man hüte sich, zu glauben, dass man allein durch "technisches Wissen" oder Bücherlesen zum "Schamanen" wird. Es ist ein wirklich langer und weiter Weg der persönlichen Entwicklung und mit Dornen und vielen Prüfungen behaftet. Und mit Verlust. Verlust von alten Denkmustern, Prägungen und manchmal auch mit Verlust von alten Freunden, Job usw. Alles wird anders. 

Ohne den Ruf, die Bereitschaft wirklich hinein zu gehen, sich zu öffnen und selbst sich aufzumachen auf Wege abseits aller Logik, dem Weg ins tiefste Innere zu folgen - auch wenn es oft unbequem und auch schmerzhaft ist -  ist dieser Weg nicht möglich. Es ist kein Weg, den man einfach "probiert" und unbeeindruckt weiter lebt wie bisher, sondern ein Weg, der das Leben verändert. Teilweise auf den Kopf stellt.

Der das Leben unglaublich bereichert und erweitert, aber auch sehr viel Hingabe und Demut erfordert. Immer und immer wieder prüft. Man ist nicht Macher, sondern das Werkzeug. Nein, dieser Weg ist kein Ponyhof. Aber er ist auch eine große Gnade. Ich danke von ganzem Herzen, das ich ihn (er)leben darf. 

Schamanisch lebender und wirkender Mensch - WERTE

Ein Schamane weiß aus seinem Leben und Wirken heraus, dass alle Dinge beseelt sind und dass alles Lebendige miteinander untrennbar verbunden ist. Er glaubt es nicht. Er weiß es! Er kann es sehen, fühlen, hören.....

Mensch, Tier, Pflanze, Stein, die Natur in all Ihren Facetten, das alles sind  Ausdrucksformen des großen Schöpfers und insofern behandelt ein Schamane jeden mit dem gleichen Respekt und Mitgefühl.

Es gibt kein UNKRAUT auf Gottes Erde ;-) Viele sog. Unkräuter haben sogar heilende Wirkung z.B. Brennnessel. 

Er/Sie geht seinen/ihren Weg mit ganzem Herz und Seele und weiß um seine/ihre Verantwortung in allen Realitäten.

Er/Sie arbeitet niemals ohne Auftrag und ohne Stimmigkeit.

Er/Sie urteilt weder über das Leben anderer, noch versucht er/sie jemandem etwas aufzudrücken oder zu etwas zu zwingen, das für denjenigen/diejenige nicht stimmig ist.

Er/Sie ist authentisch und lebt was er/sie sagt. 

Auch erwartet er/sie nicht wegen seiner Arbeit bewundert oder "gebauchpinselt" zu werden. In der schamanischen Arbeit gibt es keinen Platz für Vorgesetzte

oder Gurus (höchstens für Lehrer, die einen zeitweise begleiten und unterstützen).

 

Jeder ist gleich (viel wert)! Man begegnet sich immer auf Augenhöhe.

(Sollte das nicht so sein, ist es kein Scha-mane, sondern ein Ego-mane. Von dieser Sorte sollte man sich fern halten.)

Ein/e Schamane/in ist mitnichten ein "Heiliger", der meint die Klugheit gepachtet zu haben. Er/sie ist auch nicht fehlerlos! Nein, wirklich nicht. 

Auch hat er/sie selbst als Mensch weiterhin eigene Probleme, die er/sie lösen darf oder manchmal eine Krankheit, die ihn/sie lehrt. Das Leben war und ist nicht "perfekt". 

Ein/e Schamane/in, der/die überheblich wird und sein/ihr Ego oder Machtgier an erste Stelle stellt hat das Wichtigste vergessen: Dass er/sie (der Schöpfung) dient und es die Spirits sind, die an und durch ihn/sie arbeiten! 

Es geht um Demut und um Hingabe an die Schöpfung, an Loslassen und Geschehen lassen. Um Vertrauen ins Göttliche. 

Dies ist der Weg den ich gehe. 

Mitakuye oyasin

Tanja Horrelt

 

 

 

 

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